Stefan

Lebensgeschichte von Stefan

Meine Geschichte als 2facher Angehöriger

Vom ängstlichen Jungen auf die Bühne vor 500 Mio. Zuseher

Hallo heiße Stefan und bin Al-Anon bzw. Al-Ateen. Und möchte euch gerne meine Geschichte erzählen die ich bis jetzt so erleben „DURFTE“. Ich bin mittlerweile 24 Jahre alt und wohnhaft in der Nähe von Wien und hab wie so viele von euch schon sehr sehr viele schlimme Dinge gesehen und miterleben müssen.

Geboren bin ich im schönen Land Tirol (Österreich) in einem der populärsten Skigebiete St. Anton am Arlberg. Anfangs sah alles sehr toll aus, meine Eltern hatten einen sehr gut gehenden Gastbetrieb der wunderbar florierte. Umsätze die alle nur so ins Staunen brachten. Da meine Eltern in der Saisonszeit leider sehr wenig Zeit für ihren kleinen Sprössling hatten verbrachte ich in meinen ersten Lebensjahren sehr viel Zeit bei meinen Großeltern.

Aber der Lauf einer langen sehr harten Lernphase ließ nicht lange auf sich warten. Mein Vater war ein von Grund auf eifersüchtiger Mensch der sich aber nicht scheute das zu praktizieren was er verkrampft bei meiner Mutter vergebens suchte. Er hatte teilweise mehrere Frauen nebeneinander bis meiner Mutter schlussendlich einen Strich zog und sich scheiden ließ. In dieser Zeit erlebte ich es nicht einmal wie mein Vater meine Mutter blutig schlug, ich schreiend auf dem Bett hüpfte und damit nur eines erreichen wollte dass sie damit aufhören. Ich war damals im Alter von ca. 4 oder 5 Jahren. Der auslösende Punkt für die Scheidung war, dass mein Vater in dieser Zeit ein Verhältnis mit einer anderen Frau hatte die ein Kind von ihm erwartete.

Ich zog dann mit meiner Mutter in unsere Eigentumswohnung im selben Ort und war somit ein Scheidungskind das zusehen musste wie alles den „Bach runter ging“. Meine Mutter schlug sich dann mehr oder weniger mit vielen verschiedenen Jobs durch. In dieser Zeit trat dann der Alkohol ins Spiel. Meine Mutter war eine reine Gesellschaftstrinkerin und besuchte fast täglich ihre Stammkneipe. Sie lernte unbewusst von Ihrem Vater der selber bis zu seinem 70ten Lebensjahr ein nasser Alkoholiker war die Probleme einfach zu ertränken.

Ja da erlebte ich dann fast 10 Jahre eine Zeit des Grauens. Ich sah wie meine Mutter sich immer wieder systematisch zulaufen lies. Aus Angst dass ihr was zu stoßen könnte verbrachte ich mit ihr Stunden um Stunden in den verschiedensten Lokalen und flüsterte ihr in dieser Zeit sicher einige tausend mal ins Ohr „MAMA GEHEN WIR BITTE NACH HAUSE“. Es kam dann nicht nur einmal vor dass ich mehr oder weniger mit meinen 8,9 oder 10 Jahren das Auto nach hause steuerte da Sie keine Kontrolle mehr über Ihr Gleichgewichtsorgan hatte. Zum Glück ist uns in dieser Zeit nie etwas zugestoßen nicht einmal den Führerschein hatte Sie je einmal verloren. Als ich dann etwas älter wurde und meine Mutter immer noch trank stellte ich mich auf meine Beine und musste einfach so schnell als möglich erwachsen werden. Ich blieb dann oft alleine zu hause und saß stunden am Fensterbrett um zu sehen wann meine Mutter denn auftauchte, immer mit einer riesen Angst im Nacken, in welchem Zustand sie denn kommen würde. Kommt sie alleine oder hat sie sich wieder irgendeinen Mann mit nach hause geschleppt. Oder bringt sie doch jemand nach hause der sie dann vollkommen zugedröhnt auf dem Fußabstreifer abliefert und sie dort einfach liegen lässt.

Eine Geschichte ist mir immer noch sehr tief in Erinnerung. Ich schlief an diesem eiskalten Winterabend bei meinen Großeltern da meine Mutter wieder einmal auf einem Ihrer nächtlichen Saufgelagen unterwegs war. Bis es dann irgendwann um 4 Uhr früh an der Haustüre läutete und meine Mutter vollkommen betrunken ihren Sohn abholen wollte. Dabei kam es dann zu einem rießen Streit zwischen meinem Opa und meiner Mutter. Meine Mutter hatte noch einen sehr großen verborgenen Hass ihm gegenüber. Er schlug in seinen Räuschen damals meine Oma und verschuf so meiner Mutter und ihrem Bruder ebenfalls eine grauenvolle Zeit. Und in dieser Nacht kam dieser ganze Hass raus und so kam es zu einer Rauferei zwischen meinen Großeltern und meiner Mutter. Sie beschimpfte ihre Eltern schlug auf meine Oma und meinen Opa ein bis der sie dann unglücklicherweise an der Nase traf und sie fürchterlich anfing zu bluten. Meine Mutter riss in der Küche die Kästen runter warf das komplette Geschirr auf den Boden, riss sich sämtliche Kleider vom Leib und es gab keine Chance mehr sie irgendwie zu beruhigen. Mein Opa versuchte sie in ein Zimmer ein zu sperren aus dem Sie dann vollkommen nackt durch das Fenstern in den Schnee hinaus flüchtete und zum Nachbarn rannte. Dann blieb uns nichts mehr anderes erspart als den Arzt zu rufen. Der kam dann und gab ihr eine Beruhigungsspritze die dann relativ schnell wirkte und sie dann ihren Rausch ausschlafen konnte. Und ich hatte bis ins kleinste Detail alles miterlebt und gesehen. Ich war daraufhin einige Tage wie gelähmt da ich einfach nicht verstehen konnte wie meine Mama so außer sich geraten kann und die Menschen beschimpfte die so auf mich aufpassen und zusehen das es mir gut geht.

Eine weitere Geschichte war dass sie eines Tages auch wieder in diesem Zustand nach hause kam um sich dann heulend vor den Vogelkäfig meiner Wellensittiche zu setzen, eine Zigarette rauchte und die halbe Wohnung in Brand setzte. Gott sei dank überiss sie dass und eilte mitten in der Nacht zu unserem Nachbaren der Ihr dann sofort half den Brand zu löschen und den Schaden in Grenzen zu halten.

Schön langsam hatte ich es dann aufgegeben meine Mama vom Alkohol weg zu bringen. Es war einfach aussichtslos. Ich suchte mir dann ein Hobby. Ich fing mit 8 Jahren an das spielen der Trompete zu erlernen und viele Menschen spürten relativ schnell dass ich ein Talent für die Musik habe. Die wöchentlichen Unterrichtsstunden und Proben mit der Ortsansässigen Blasmusikkapelle waren für mich immer eine Therapie und Flucht von den grausamen Momenten mit meiner Mutter. Ich war nach zwei Jahren einer der ersten Jungmusikern der er schaffte so schnell sein erstes Leistungsabzeichen im Fach Trompete zu absolvieren.

In dieser harten Zeit verbrachte ich auch sehr viele Momente bei meinem Vater und seiner 2ten Frau mit der er 3 Halbgeschwister in die Welt setzte und immer noch im selben Ort das Hotel führte das ursprünglich auch meiner Mutter gehörte. Auch meine Mutter verstand sich mit seiner neuen Frau sehr gut und ich konnte wann immer ich wollte und so lange ich wollte Zeit bei meiner 2ten Familie verbringen. Bei meinen weiblichen Schulkameraden war ich immer ein angesehener Junge. Die Leistung in der Schule war mittelmäßig da ich einfach ein grundfauler Mensch war. Auch die immer wiederkehrenden Erlebnisse zu Hause belastete mich sehr und ich war eigentlich mehr beschäftigt meine Mutter zu beschützen als meine Kindheit aus zu leben. Ich war sehr früh auf mich alleine gestellt und musste schon sehr früh lernen Entscheidungen zu treffen.

Natürlich bekam meine Mutter dann auch große Finanzielle Schwierigkeiten aber ermöglichte mir alle Wünsche die ich hatte. Es ging mir eigentlich von dem her recht gut, ich wusste dass meine Mutter unheimliche Schuldgefühle hatte und diese über materielle Dinge versuchte zu beruhigen. Da kam ich natürlich erst Jahre später drauf das dass so war. Das Thema Geld und Schulden stand auch immer sehr groß auf dem Tagesplan. Wir hatten eigentlich nie viel Geld da meine Mutter ja Alleinerziehend war und nur einen kleinen Gehalt und die Alimente bezog. Dafür lebte wir aber viele Jahre doch relativ gehoben. Wir hatten eine Wohnung und alles was so einen kleinen Mittelständischen Wohlstand ausmacht.

Die vermeintlich große Wende kam dann als meine Mutter von Ihrem damaligen Chef angesprochen wurde „Ulrike du hast ein Alkoholproblem“. Es dauerte dann noch einige Wochen bis sie dann zu ihrem ersten Meeting der anonymen Alkoholiker kam und von heut auf morgen ihr Glas stehen ließ. Alles änderte sich. Meine Mutter ging wöchentlich zu den Meetings und auch ich besuchte die Alanon Meetings und lernte viel über die Familienkrankheit Alkoholismus kennen. Ich lernte dass in einer Alkohlkranken Familie alle in einer gewissen Weise krank sind. Vielleicht nicht sichtbar aber in jeder Seele die so etwas miterleben muss bleibt einiges hängen bis man es aufarbeitet und verstehen lernt. Und genau dies muss ich bis heute und meine Mutter ist nun doch schon seit knapp 10 Jahren trocken, jeden Tag aufs neue aufarbeiten. Es gibt so viele Dinge die ich mir unbewusst angeeignet habe. Schutzwände, Ängste, Zorn, Verhaltensweisen uvm. Erst heute nach 10 Jahren komm ich immer wieder auf Dinge drauf die ich mir vor 15 Jahren als Schutz oder anderen Gründen angeeignet habe.

Tja zurück zu meiner Mutter diese hatte dann nach ca. einem Jahr noch einen kurzen Rückfall aber schaffte es dann sofort wieder auf zu hören bis zum heutigen Tage. Sie ist allerdings vor ca. 4 Jahren stehen geblieben und arbeitet nicht mehr sehr an sich selbst. Sie hat bis heute noch nicht das Thema Geld aufgearbeitet. Sie machte Sich vor 2 Jahren selbstständig ging dann in Konkurs und verlor mehr oder weniger ihr ganzes Hab und Gut. Leider lernte ich auch nie mit Geld richtig um zu gehen und bin jetzt kurzfristig auch in einer kleinen Schuldenfalle gelandet die aber überschaubar ist und für mich auch eine harte Lernphase war die ich gemeistert habe und wieder auf dem Weg nach oben bin.

Letztes Jahr im Dezember starb dann meine Oma kurz vor ihrem 80ten Geburtstag und dies war für mich ein großer Verlust. Ich begleitete Sie bis man den Deckel des Sarges schloss. Sie war sehr krank und gezeichnet von Ihrem harten Leben in Angst und verborgenen Wut. Man hatte früher nicht die Chance sich scheiden zu lassen und sich auf eigenen Beine zu stellen. Bis sie dann eben an Krebs erkrankte und alles ziemlich schnell ging.

Was allerdings das Schlimme für mich an der ganzen Sache ist; als meine Mutter aufhörte zu trinken begann mein Vater in den Kreislauf des Alkohols hinein zu fallen. Er verlor seine 2te Frau musste sofort aus dem Hotel dass er so hart aufgebaut hatte ausziehen. Er stand mit nichts auf der Straße bis er sich wieder eine eigenen Existenz aufbaute. Er machte sich nicht weit weg von meinem Heimatort wieder Selbstständig. Allerdings war er dann relativ schnell selber sein größter Kunde und ging ebenfalls in Konkurs. Dies alles geschah vor ca. 5 Jahren und heute habe ich fast keinen Kontakt mehr mit meinem Vater da ich das Ganze nicht noch einmal durchstehen möchte. Ich lebe mein eigenen Leben und jeder soll sein Leben selber in die Hand nehmen. Er war in dieser Zeit auch einmal auf einem Endzug bei dem eigentlich alles anfänglich sehr gut aussah. Doch die Enttäuschung ließ nicht lange auf sich warten. Nach einigen Wochen trank er wieder mit der Aussage „JA hin und wieder mal ein Glas kann nicht schaden“ Heute ist er irgendwo in Österreich und keiner weiß eigentlich wie es ihm geht bzw. was der Stand der Dinge ist. Und mir geht es besser wenn ich ihn nicht höre was zugleich aber für mich ein Zeichen ist dass ich da noch was auf zu arbeiten habe. Ich hatte eigentlich nie die Familie wie man sich eine solche im klassischen Fall vorstellt. Mein Vater war nie für mich da. Taschengeld gab es so oft dass ich es auf zwei Händen abzählen kann. Das ansehen eines Fußballspieles mit dem Papa gab es genau einmal. Ich diente immer nur als vorzeige Junge der so Musikalisch begabt ist. Immer wenn es sich mein Vater in den Kopf gesetzt hatte musste ich oft Nachts zu ihm ins Hotel kommen und für irgendwelche Gäste die alle schon einen Promillestand von 1,5 hatten, irgendetwas vorspielen. So dass mein Vater dann die Lobehren kassieren konnte. Bei dichtem Schneefall stand ich dann oft mit meinem Trompetekofer vor der Türe und wartete bis mich meine Mutter wieder abholte um am nächsten morgen wieder in die Schule gehen zu können.

Tja ich wurde erwachsener machte meinen Schulabschluss an einer Hotelfachschule. Hatte meine ersten Freundinnen und es ging mir bis auf so kleine Teenagerprobleme sehr gut. Mit meiner Musik lief auch alles super. Ich erlente mir in den darauffolgenden Jahren selber das Gitarre spielen, das Singen, das Klavierspielen uvm. Ich war einfach sehr begabt und alles viel mir immer sehr leicht. Ich war ein sehr angesehener gutaussehender Junge der dazu noch gut singen kann und auch bei den Damen ein gutes Los gezogen hatte. Ich bekam nach der Schule auch gleich eine Anstellung in einem PR Büro und verdiente so mein erstes Geld.

Aber dort ging es auch gleich los Schulden zu machen. Ich übernahm mich einfach ich verdiente einfach nicht so viel wie ich dann wieder ausgab. Und keiner war da der mir das beibrachte bzw. mir sagte „Stefan jetzt ist genug so läuft das Leben nicht“. Ich wechselte dann die Firma und bekam einen tollen Job beim Österreichischen Skiverband um im Organisationskomitee der Alpinen Ski WM 2001 mit zu arbeiten. Da lernte ich das erste mal kennen was es heißt Stress zu haben. Ich arbeitete teilweise 20 Stunden am Tag und das sieben Tage die Woche. Ernährte mich Tag täglich vom selben und hatte überhaupt keine Zeit mehr für mich selber. Ich war damals 20 Jahre alt und vollkommen überfordert mit dieser Sache. Als dann die Ski WM vorbei war riss dieser Megadruck von einem auf dem anderen Tag ab. Das Telefon läutete nicht mehr und alles war ruhig.

Ich litt dann unter schwerem Schwindel und Angst dass ich umkippen könnte. Als ich dann zu meinem Hausarzt ging und dieser nur feststellen konnte dass ich zu 200% gesund bin schickte er mich zu einem Spezialisten. Die Diagnose war „Panikattacken und Angstzustände“. Ich konnte damit überhaupt nichts anfangen und versuchte wiederum diese Hürde zu verstehen und zu bezwingen. Ich bekam Beruhigungstabletten. Tja die stellten mich zwar ruhig allerdings war ich auch sexuell so ruhig dass ich einfach nicht mehr konnte. Da entschloss ich dass dies sicher mit 21 Jahren nicht das Beste sein kann und ich versuchte es mit Homäopatie. Dieser Arzt konnte mir auch nur kurzfristig helfen. Ich war nicht mehr fähig Auto zu fahren, jeder Tunnel war ein Alptraum, jedes mal wenn ich einkaufen ging schaute ich zuerst wie viele Leute an den Kassen standen. Wenn es mich dann doch erwischte und vor mir 2 Leute standen und hinter mir auch 4 dann musste ich fluchtartig das Gebäude verlassen aus Angst dass mein Kreislauf versagen könnte und ich umkippe. Das Ganze schaukelte sich so weit auf dass ich eines Abends als ich zu Bett ging das erste und hoffentlich letzte mal in meinem Leben Todesangst verspürte. Ich dache meine letzte Stunde hat geschlagen und alles ist vorbei. Und das mit 21 Jahren. Diese Ängste schränkte mich so ein dass das Leben für mich nicht mehr lebenswert war. Ich dachte mir immer; ja wenn ich das jetzt mein Leben lang habe dann kann ich mir gleich die Kugel geben. Und per Zufall (sofern es Zufälle gibt) kam ich dann zu einer sehr sehr lieben Frau die mit Reiki, Hypnosen und Engeln arbeitete. Ich besuchte diese dann fast wöchentlich um aus diesem Kreislauf raus zu kommen. Ich merkte und lernte dann ziemlich schnell was die Krankheit Panikattacken eigentlich sind. Ich arbeitete täglich mit mir. Stundenlange Meditationen uvm. Ich zwang mich oft in Situationen die mir immer so Angst machten und diese Attacken hervorriefen. Das Ganze dauerte dann fast 2 Jahre bis ich wieder so halbwegs gesund war. Ich habe dort gelernt dass es mehr gibt als nur diese Materie. Es gibt diese Höhere Macht wirklich! wie auch immer man Sie nennen möchte. Für mich waren es meine Schutzengel und sind es heute teilweise noch. Wobei ich diese Macht bzw. Energie heute eher Universum nennen möchte. Ich absolvierte in dieser von täglicher Angst erfüllten Zeit eine Ausbildung zum Privathubschrauberpiloten. Ich saß dabei nicht nur einmal mit einer Attacke im Cockpit. Aber ich habe es geschafft auch wenn ich oft vor dem Punkt des Aufgebens stand. Die Ausbildung zum Piloten war für mich wirklich eine Grenzsituation. Wobei heute weiß ich dass noch viel mehr möglich ist wenn man nur daran glaubt. Nur genau das ist der springende Punkt wenn man so eine Kindheit hatte gibt es kein Grundvertrauen dass einem die Eltern normalerweise lernen. Es gibt kein Vertrauen und kein Glauben daran dass es da oben jemanden gibt der auf uns schaut und auf jeden Fall möchte dass wir hier unten ALLE Glücklich sind. Und genau dieses Thema ist im Moment meine größte Herausforderung vertrauen in das Leben zu haben bzw. zu bekommen.

Tja da ich ja immer nebenbei mein Hobby die Musik betrieb und dies immer mein Ausgleich zu so vielen Dingen war und auch bis heute ist ergabt sich die Chance mich für eine Castingshow zu bewerben. Gesucht war der neue Österreichische Star. Es lief allerdings schon die 2te Staffel an und ich dachte mir schon bei der ersten ja das würde ich gerne mal versuchen. So war es dann auch, ich bewarb mich und wurde prompt zum ersten Casting in Innsbruck eingeladen. Darauf folgten das 2te und das entscheidende dritte und schon war ich unter den besten 40 von über 12.000 Teilnehmern. Ich arbeitete hart und das täglich um mich weiter nach vorne zu bringen. Was ich in dieser Zeit allerdings nicht bemerkte, so geblendet war ich vom anscheinenden Glamour dieses Geschäftes, dass ich mich immer weiter von mir selber weg bewegte. Ich machte Dinge die die großen Macher dieser Show für gut hielten und ich fragte mich nicht einmal „Stefan willst du das? Bist du das“? Dies ist aber vollkommen normal wenn man das erste mal in dieses Geschäft reinschnuppern darf. Es begannen dann die ersten Shows mit knapp 1 Mio. Zuseher und ich schaffte es bis unter dies besten 8 männlichen Sängern Österreichs und flog dann raus. Es war zuerst ein riesengroße Enttäuschung und ich musste um Geld zu verdienen über den Winter in einem Sportgeschäft als Verkäufer arbeiten. Ich genoss aber schon einen kleinen Bekanntheitsgrad der mir irrsinnig viel Spaß machte. Ich spürte dass ich ein Mensch für die Massen bin. Ich will im Rampenlicht stehen allerdings wusste ich nicht wie ich das gerne möchte. Was will ich den Leute dort draußen sagen bzw. wie und in welcher Musikalischen Form. Aber gut ich arbeitete und lies aber nie mein Ziel Musikalisch erfolgreich zu sein aus den Augen. Eines Tages kam ein Anruf eines Produzenten der mich fragte ob ich ihm nicht einen Song im Studio einsingen möchte. Er hätte da einen Songschreiber der eine Demoaufnahme bräuchte. Ich nannte ihm meinen Preis von 50 Euro um den Song ein zu singen. Dies machte ich dann auch und somit war dieser Job erledigt. Ein paar Tage später rief mich dieser Produzent noch einmal an und meinte „Stefan wir brauchen eine Boygroup da wir für die nationale Vorrauscheidung zum diesjährigen Eurovision Songcontest mit diesem Titel genommen worden sind“. Ich schluckte kurz und sagte ja da fällt mir schon jemand ein der das vielleicht machen möchte. Worauf der Produzent sagte ja aber in einer Woche ist schon die Pressekonferenz wo die Gruppe präsentiert wird. So machte ich mich gleich auf die Socken und fragte ein paar bekannte Gesangskollegen und eine Woche später standen wir bei der Pressekonferenz und hatten bis dort hin nicht einmal den Song gemeinsam durchgesungen. Ziel war es einfach dabei zu sein und wieder einmal einen TV-Auftritt zu haben. Ein Monat später war dann der große Tag und wir gewannen vollkommen unerwartet diesen Wettbewerb und wir waren die neuen Repräsentanten unseres Landes beim Eurovision Songcontest 2004 in Istanbul. Es ging dann alles ziemlich schnell, ein Management musste her, eine Plattenfirma war schon da und und und. Und wir hatten keine Ahnung vom Geschäft und wurden dann wie es ja nicht anders kommen konnte von vielen Menschen finanziell über den Tisch gezogen. Wir waren Österreichweit bekannt und waren wirklich kurzfristig Stars. Die Arbeit machte mir unheimlich viel Spaß und um so mehr Stress wir hatten um so besser ging es mir. Was ich allerdings wieder übersah war dass ich schon wieder etwas machte was ich nicht war. Wir fuhren dann zum Songcontest vor ein Publikum von ca. 500 Mio. Zusehern und schnitten leider schlecht ab. Allerdings eine unheimlich tolle Erfahrung war das schon. Wir wurden 21ter von 25 Teilnehmern. Und von dort an ging das ganze Projekt wieder den Bach runter. Alles was überblieb war ein Berg voller Schulden die wir aus privater Tasche heute noch zurück bezahlen müssen. Ja ich habe somit das Musikgeschäft wirklich von seiner schlechtesten Seite kennen lernen müssen. In dieser Zeit habe ich dann meiner Heimat und meiner Familie den Rücken zugewendet was sicher einer meiner wichtigsten Schritte in meinem Leben war. Ich musste mich auf meine eigenen Beine stellen und zusehen wie ich diesen Berg von Aufgaben lösen kann. Heute ein Jahr später bin ich dabei meine Musikalische Karriere so zugestallten wie ich es möchte. Ich habe schon sehr viel erleben dürfen und möchte dies weiter geben können. Und was gibt es das naheliegenderes als dies mit der Musik und meinen Texten zu machen. Ich möchte Menschen die es nicht so einfach haben bzw. vielleicht sogar ähnliches erlebt haben wie ich Antworten geben können, Mut geben, Lösungen zeigen uvm. Nur ist dies natürlich auch sehr schwierig. Dem Musikgeschäft geht es nicht sehr gut und keiner hat mehr das Geld Dinge zu probieren. Aber ich gebe nicht auf und ermutige mich immer wieder weiter zu machen da ich ja schon wirklich sehr viel schaffen konnte.

 

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